„Die Feministen nehmen uns die Videospiele weg!“ Ein kleiner Rant über das sexistische Verhalten männlicher Spieler

Ich hatte schon länger vor, einen Artikel wie diesen zu schreiben. Seit des Gamer-Gate-Desasters sind immer häufiger Stimmen lauter geworden, die der Ansicht waren, Videospiele würden zu einem Propagandawerkzeug der Feministen verkommen, Entwickler würden an ihren Konsumenten vorbeidesignen, etc. Dass es sich hierbei um puren Schwachsinn handelt, muss ich wohl nicht erwähnen. Obwohl meine politischen Kenntnisse relativ limitiert sind, bin ich mir ziemlich sicher, Propaganda bedeutet nicht das, was diese Leute denken, dass es bedeutet.

Gerade nach der Ankündigung von The Last of Us 2 haben sich wieder ein mal unheimlich viele Spieler auf den Schlips getreten gefühlt, weil sich zwei Frauen geküsst haben, und so etwas absolut nichts in meinen Videospielen verloren hat! Geht woanders lesbisch sein, ich möchte Aliens mit meiner Kettensäge halbieren.

Vor ungefähr einer Woche wurde mir dann eine Tweet-Kette in die Timeline gespült. Sie bestand aus Screenshots von mehreren Dudebros die sich in den Kommentarspalten der Gamestar beziehungsweise Gamepro gegenseitig die Klinke in die Hand drückten und – wie könnte es anders sein – ihren Unmut über Frauen in Videospielen kundtan. Natürlich „nur“ in Battlefield V, weil das ja nicht historisch akkurat ist, ansonsten haben sie ja eigentlich auch gar nichts gegen Frauen und bekochen garantiert ein mal pro Woche ihre Partnerin, damit sie den Rest des Abends entspannt vor der Konsole oder dem PC verbringen können.

Selbstredend blieb es nicht dabei. Die anfängliche stets belastende Kritik, nach welcher sich mittlerweile die Uhr stellen lässt, mutierte zügig zu einem generellen Rant über die frequente Nutzung von Frauen als Protagonistinnen in modernen Spielen.

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You Feel Determined: Ein Rückblick auf Undertale

Undertale war der Überraschungshit des Jahres 2015. Nachdem es abseits der überaus erfolgreichen Kickstarter-Kampagne ruhig um Toby Fox’s erstes eigenständiges Spiel blieb, schlug es direkt nach Release große Wellen. Innerhalb weniger Tage eroberte die Geschichte um das Kind im Streifenpulli, Skelette, Ziegen und eine megalomanische Blume die Herzen der Spielerschaft sowie der Kritiker und konnte gemessen an seinen Reviewscores Triple-A-Titeln wie The Witcher 3: Wild Hunt oder Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain die Stirn bieten.

Fast drei Jahre sind seit der Veröffentlichung Undertales ins Land gezogen und das – laut GameFAQ-Poll – ehemals beste Spiel aller Zeiten größtenteils in der Versenkung verschwunden. Ab und an kann man noch die ein oder andere Kritik lesen, sei sie positiver oder negativer Natur, was jedoch nahezu das gesamte Ausmaß von Undertales aktueller Relevanz in der Branche darstellt.

Wie könnte es also einen besseren Zeitpunkt geben, um die Uhren noch ein letztes mal drei Jahre zurückzudrehen und zu schauen, was genau Undertale richtig gemacht haben muss.

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Das Feuer des Drachen brennt schwächer: Wie die Kiwami-Finisher das Kampfsystem Yakuza Kiwamis trüben

Ki-wa-mi [極み]:

  1. Gipfel

  2. Höhepunkt

Bis vor kurzem hatte ich nur wenige Berührungspunkte mit dem in Japan überaus beliebten Franchise Ryū Ga Gotoku aus dem Hause Sega  – im Westen besser als Yakuza bekannt. Mit wenig meine ich dunkle Erinnerungen an Werbung für und Reviews von Yakuza 1. Dementsprechend überrascht war ich von dem hervorragenden Yakuza Zero, welches sich im spielstarken Jahrgang 2017 keineswegs vor anderen Titeln wie Persona 5NieR Automata oder Horizon: Zero Dawn zu verstecken brauchte. Die schiere Menge an Inhalt gepaart mit der exzellent geschriebenen Story über die Anfänge des Serienveteran Kazuma Kiryu im japanischen Untergrund und – dem erstmals in der Yakuza-Geschichte spielbaren – Majima Goro, sowie dem eingängigen Kampfsystem konnte mich problemlos über achtzig Stunden lang vor die Konsole fesseln.

Selbstredend habe ich mir ohne lange darüber nachzudenken kurze Zeit später vorfreudig das HD-Remake des ersten Teils der Saga zugelegt. Ich wollte mehr. Ich wollte wissen, wo das Abenteuer vor dreizehn Jahren seinen Anfang nahm, wie sich Kiryu als Lieutenant der Dojima-Familie schlägt, und vor allem, da er zu meinem Lieblingscharakter in Zero avancierte, wie sich Majima nach seiner Transformation zum „Mad Dog of Shimano“ verhält . Leider brachte die süße Vorfreude einen schnell einsetzenden, bitteren Nachgeschmack mit sich.

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